Allgemein Trainingslehre

Was ist funktionelle Kraft?

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15. Juni 2016

Was ist funktionelle Kraft? Im Laufe meines eigenen Trainings über viele Jahre hinweg habe ich mir diese Frage immer wieder gestellt. Welche Rolle spielt die genetische Veranlagung und nach welchen Prinzipien kann auch beim Training mit eigenem Körpergewicht echter Kraftzuwachs und Muskelaufbau erreicht werden?

Wir leben in einer Zeit, in der viel Wert auf die äußere Erscheinung gelegt wird. Ein breites Kreuz und ein dicker Bizeps zeugen schließlich von Männlichkeit, oder? Krafttraining mit Gewichten scheint das ultimative Rezept für schnellen Muskelaufbau zu sein. In Verbindung mit einer eiweißreichen Diät und diversen Nahrungsergänzungsmitteln scheint der Erfolg nur eine Frage der Zeit zu sein… 

Es zeugt tatsächlich von einer beachtlichen Leistungsfähigkeit, 100, 120 oder vielleicht noch mehr Gewicht auf der Hantelbank zu drücken. Nicht Jeder kann das und von Neulingen im Krafttraining wird solch eine Leistung oftmals ehrfürchtig bewundert! Nun ist Bankdrücken noch eine sehr klassische Disziplin – viel interessanter wird es bei diversen Übungen an Gerätschaften, die heutzutage in jedem Fitnessstudio zu finden sind. Was passiert beim Training mit Geräten wirklich?

Training an Geräten baut keine funktionelle Kraft auf

Es ist besser an Geräten zu trainieren, als gar nicht zu trainieren. Meine persönliche Meinung zu diesem Thema halte ich soweit es geht zurück, da Jeder seine eigenen Ansichten verfolgt. Sagen wir so, ich bevorzuge das Training mit natürlichen Bewegungsabläufen. Was passiert beim Training an Geräten?

Der Körper wird in eine Haltung gebracht, die er so niemals einnehmen würde und führt Bewegungen aus, die er so nie ausführen würde. Aber wo ist dann das Problem, solange der Muskel dicker wird, was ja als Indiz für mehr Kraft gilt, oder? Nun ist Kraft ein Synonym, mit dem wir eine bestimmte physische Eigenschaft unseres Organismus beschreiben. Worte sind immer Wegweiser. Die Frage sollte also nicht lauten: „Macht Training an Geräten stark?“, sondern: „Kann ich mit Gerätetraining funktionelle Kraft aufbauen?

Funktionelles Krafttraining verbessert die intramuskuläre Stabilität

Die Kraft, die meine Muskeln fähig sind zu übertragen hängt maßgeblich davon ab, wie konditioniert ich auf eine bestimmte Art von Bewegungsablauf bin! Natürliche Bewegungsabläufe wie Drücken (Schubsen), Ziehen oder Treten beanspruchen immer gleichzeitig eine Vielzahl an unterschiedlichen Muskeln. Zudem sind Sehnen, Bänder und Gelenke an der Bewegung beteiligt. Beim Training an Geräten isoliere ich einzelne Muskelgruppen und baue so gezielter auf, wie Manche sagen würden.

Doch jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied und das sind meistens die Sehnen, Bänder und Gelenke! Übungen mit dem eigenen Körpergewicht schonen die Gelenke und verbessern die intramuskuläre Stabilität. Diese leidet beim Training an Geräten enorm, da ich einen einzelnen Muskel vom Rest des Bewegungsapparats trenne und den Körper somit in eine Lage bringe, die er im „echten Leben“ nicht einnehmen würde. 

Übungen mit natürlichen Bewegungsabläufen

Ich möchte an dieser Stelle nochmal verdeutlichen, dass es nicht meine Absicht ist, Anhänger von Gerätetraining oder dergleichen zu diskriminieren bzw. deren Methoden schlecht zu reden. Jedoch kommt es immer darauf an, welche Ziele ich mit dem Training erreichen möchte. Für eine breite Brust ist es sicherlich nicht verkehrt, die entsprechenden Muskelgruppen gezielt „aufzupumpen“. Da mir funktionelle Kraft sehr wichtig ist, konzentriere ich mich auf Training mit eigenem Körpergewicht!

Wenn du dich für das Training mit Turnringen interessierst, dann schau dir dieses Video an. Ido Portal, ein wirklich beeindruckender Mann erläutert einige grundlegende Aspekte beim Training mit „gymnastic rings“. 

Fazit

Sollte es auch dein Ziel sein, funktionelle Kraft zu entwickeln, dann sollte dein Workout aus Übungen bestehen, bei denen du den gesamten Körper einsetzt. Bei keiner anderen Art des Trainings werden Sehnen, Bänder und Gelenke in einer Einheit mit allen an der Bewegung beteiligten Muskelgruppen ausgewogen gekräftigt und entwickelt. Ein paar Fakten zum Schluss:

  • Muskeln passen sich Belastungen schneller an als Gelenke, Sehnen und Bänder
  • Funktionelle Kraft ist die Fähigkeit, den gesamten Körper effektiv einzusetzen
  • Gerätetraining isoliert einzelne Muskeln und schafft eine unnatürliche Haltung
  • Funktionelle Kraft ist nicht gleichzusetzen mit der Dicke eines Muskels
  • Funktionelles Krafttraining entwickelt die intramuskuläre Stabilität

 

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Michael Zeitler
Deutschland

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